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Fedora 17: Ein Ausblick

Im Wiki des Fedora-Projects kann man sich schnell einen Überblick über die kommenden Features von Fedora 17 (Codename "Beefy Miracle", WTF?) verschaffen. Mal ein kleine Auswahl an den Dingen, die mir aufgefallen sind:

firewalld wird bei Fedora eingeführt und iptables wird im Auflieferungszustand nicht mehr verwendet. Für eine "richtige" Firewall finde ich die hiermit eingeführten Komplexität zu hoch, für Endsysteme könnte die Rechnung aber aufgehen, weil ich hier durchaus dienst-basiert und Dienste je nach Kontext automatisiert freischalten will.

Gnome 3.4 ist gerade vor ein paar Tagen rausgekommen und wird dann auch im nächsten Release auftauchen. Ich bin Gnome-3-Fanboy und freue mich :-) Mehr zum aktuellen Gnome-Release findet man im Artikel zu Gnome 3.4 von heise open.

KVM Live Block Migration wird es ermöglichen, virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb zu migrieren.

network-zones bieten eine dynamische Steuerung der Firewall (siehe oben). Momentan sieht es so aus, als müsse man das aktuell verbundene Netz noch von Hand klassifizieren. Eine z.B. auf der MAC-Adresse des Routers basierende, automatisierte Auswahl des Profiles scheint noch nicht geplant zu sein.

Open vSwitch ist jetzt ja im aktuellen Linux-Kernel "drin". Ein virtualisierter Switch, mit dem man lokal verschiedene LAN-Segmente bauen kann. Sehr leistungsfähig, mehr dazu unter http://openvswitch.org/features/ .

Die größte Änderung wird jedoch "Move all to /usr" sein. Direktes Zitat:
Provide a simple way of mounting almost the entire installed operating system read-only, atomically snapshot it, or share it between multiple hosts to save maintenance and space. Instead of spreading RPM package content all over the place in the filesystem, and artificially separate /bin from /usr/bin and /lib from /usr/lib, move all content to /usr and provide only symlinks in the root filesystem.
Das Argument mit den Snapshots finde ich einleuchtend, in Verbindung mit den writable snapshots und mehreren, alternativen Root-Directories von btrfs könnte das Sinn machen. Generell ist das selbst für das experimentierfreudige Fedora-Team eine größere Änderung und erfordert zumindest aktuell manuelle Schritte vor dem Systemupgrade, weil z.B. neue Fedora-RPMs prüfen werden, ob tatsächlich alle Dateien unter /usr liegen.

Fedora 16 hat bei mir Ubuntu komplett abgelöst. Fedora 17 sieht sehr vielversprechend aus und sollte gemäß aktueller Planung Mitte/Ende Mai verfügbar sein.